Domainstreitigkeiten um .ai Domains nehmen zu

Branchenübergreifend werden bewusst Domainnamen von Dritten registriert, um diese böswillig zu nutzen.

Scheinbar stecken oft monetäre Interessen dahinter: entweder wird durch einen Verkauf möglichst viel Profit aus der Domain geschlagen. Oder aber durch Phishing-Attacken, die ebenfalls Gelder in die Kassen der Täter (Squatter) spülen können.

Ein Weg für Markeninhaber kann – je nach Toplevel – sein, ein Klageverfahren bei einer der fünf Schiedsstellen (WIPO (World Intellectual Property Office), FORUM (National Arbitration Forum), ADNDRC (Asian Domain Name Dispute Resolution Center), CIIDRC (Canadian International Internet Dispute Reesolution Centre) und CAC (Czech Arbitration Centre)) einzureichen. Fällt die Entscheidung positiv für sie aus, muss die Domain entweder gelöscht oder auf den Markeninhaber übertragen werden. Dieses Markenschutz-Instrumentarium ist namentlich bekannt unter „Domain Name Dispute Resolution Policy“, oder einfach UDRP.

Der Bericht „Gigalaw’s Domain Dispute Digest Fourth Quartal, 2025“ von Doug Isenberg, einem Rechtsanwalt, der auf Domainstreitigkeiten spezialisiert ist, stellt einen leichten Rückgang im letzten Jahr an UDRPs fest. Es gibt aber auch noch einige andere, außergewöhnliche Schlussfolgerungen:

  • Domains unter der Toplevel (TLD) .ai tauchen weiterhin mit zunehmender Häufigkeit in UDRP-Verfahren auf. Das wundert nicht, da die Länder-TLD .ai für Anguilla mit der Verbindung zu „Artificial Intelligence“, einem Synonym für künstliche Intelligenz, sich in den letzten Jahren sehr hoher Beliebtheit erfreut und die Registrierungszahlen deutlich gestiegen sind.
  • Zwei weitere TLDs fallen ebenfalls auf in der Häufigkeit von UDRP-Verfahren: .cyou und .qpon. Grundlage scheint hier eine Klage von einem Markeninhaber zu sein, der Anspruch an 66 bzw. 62 Domains der genannten TLDs fordert.
  • Und schließlich: Cybersquatter unterscheiden nicht nach Branchen, grundsätzlich sind Markeninhaber sämtlicher Wirtschaftszweige davon betroffen, dass Domains fremdregistriert werden. Dies schlussfolgert Isenberg daraus, dass nun neue Unternehmen, unter anderem die Degussa Holding AG, unter den größten UDRP-Fällen aufgeführt sind. Bislang ist Degussa kaum in UDRP-Verfahren in Erscheinung getreten, in 2025 hat das Unternehmen UDRP-Verfahren für 63 Domains eingereicht.

Ein UDRP-Verfahren ist leider sehr kostspielig und es müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein, um es einzureichen. Allerdings ist es oft das letzte Mittel, um seine Markenrechte durchzusetzen. Daher empfehlen wir grundsätzlich, sein Domainportfolio regelmäßig zu überprüfen und Domains vorausschauend zu registrieren.

In der Vergangenheit haben wir bereits erfolgreich einige UDRP-Verfahren begleitet und stehen auch Ihnen dabei zur Seite. Gerne prüfen wir auch im Vorfeld, welche weiteren Varianten für fremdregistrierte Domains in Frage kämen. Manchmal kann es einfacher oder günstiger sein, einen anderen Weg einzuschlagen. Melden Sie sich gerne per E-Mail unter support@123domain.eu oder telefonisch unter +49 (0) 231 / 58698-123, wenn Sie Fragen zu UDRP-Verfahren oder zu Ihrem Domainportfolio haben.

Quellen: https://wipo.int , https://giga.law/digest , eigene Recherche
 

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